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Benny, eigentlich Benjamin, ist Nellis Freund. Seit acht Monaten sind die beiden ein Paar, seit zwei Monaten leben sie voneinander getrennt. Er arbeitet im Süden als Surflehrer und Animateur. Nelli ist unterwegs zu ihm an die Algarve, wo beide künftig im selben Club auftreten wollen.


Zunächst existiert Benny vor allem in Nellis Erzählungen. Sie beschreibt ihn mit jener Zärtlichkeit, in der Sehnsucht und Idealisierung kaum voneinander zu trennen sind. Seine Nachrichten sind gefühlvoll, seine Geschenke persönlich, die gemeinsame Zukunft scheint bereits ausgemacht. Während Nelli durch Spanien reist, ist Benny das Ziel, auf das alle ihre Pläne zulaufen.


Gerade diese Abwesenheit macht ihn dramaturgisch interessant. Lange bevor er selbst in das Geschehen eingreifen kann, ist er als Erwartung präsent: als Geliebter, als Zukunftsversprechen und als Prüfstein für Nellis Vorstellung von Liebe. Das Publikum kennt ihn zunächst durch ihren Blick und damit möglicherweise anders, als er sich selbst zeigen wird.


Benny gehört zu einer Welt, die für Beweglichkeit und Leichtigkeit steht: Surfen, Reisen, Unterhaltung, wechselnde Orte. Doch das Stück begnügt sich nicht mit diesem Bild. Es stellt eine präzisere Frage: Was bleibt von Vertrautheit, wenn das vertraute Äussere plötzlich keine Sicherheit mehr bietet? Erkennt man einen geliebten Menschen an seinem Körper, an seinen Gesten, oder an etwas, das sich schwerer benennen lässt?


Damit erhält Benny eine entscheidende Funktion. An ihm zeigt sich, ob die grosse Nähe zwischen zwei Menschen tatsächlich trägt oder ob sie an Erwartungen gebunden ist, die nie hinterfragt wurden. Seine Begegnung mit den Folgen des Wunders von San Miguel wird deshalb nicht nur zur komischen Verwicklung. Sie berührt den Kern der Beziehung zwischen Nelli und Benny, ohne vorschnell zu verraten, wie belastbar diese Beziehung wirklich ist.